Musikzentrum feierlich eröffnet!

Musikzentrum feierlich eröffnet!

Der Blasmusikverband Baden-Württemberg hat als Bauherr und Eigentümer am Freitag, 3. September 2021, feierlich das Musikzentrum Baden-Württemberg eröffnet. Mit dem Zentrum ist ein Kompetenznetzwerk der Amateurmusik entstanden, das unter seinem Dach regionale und überregionale Verbände beheimatet. Die Förderung von 11,8 Millionen Euro durch das Land Baden-Württemberg unterstreicht dabei den hohen Stellenwert, den das Musikzentrum Baden-Württemberg innerhalb der Musiklandschaft Baden-Württembergs zukünftig einnehmen soll.

Stein für Stein ist das Musikzentrum Baden-Württemberg in den letzten zweieinhalb Jahren in die Höhe gewachsen. Entstanden ist dabei nicht nur ein architektonisch hochwertiges und ästhetisches Gebäude, sondern vor allem ein Ort, in dem die Amateurmusik ein neues Zuhause gefunden hat.

Der Blasmusikverband ist mit dem Bau des Zentrums beispielhafter Impulsgeber für die Vernetzung im Bereich der Laienmusik. Unter dem Dach des Musikzentrums sind neben dem Blasmusikverband und seinen Institutionen zahlreiche weitere regionale und überregionale Verbände beheimatet: Der Schwäbische Chorverband e.V. mit seinem Mediendienstleister ProStimme GmbH, die Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände e.V., der Landesmusikverband
Baden-Württemberg e.V., der Kreisverband Esslingen, die Stiftung „Singen mit Kindern“ sowie der Chorverband „Karl Pfaff“.

Innovative Weiterbildungsprogramme als Kernaufgabe

Als neues Kompetenzzentrum möchte das Musikzentrum das Image und den Stellenwert der Amateurmusik steigern und insbesondere im Bereich der musikalischen Weiterbildung neue Maßstäbe setzen: Das Musikzentrum bietet über die verbandseigene Bläserakademie ein innovatives Bildungskonzept, das auf Kontinuität, Qualität und Nachhaltigkeit ausgerichtete Kursprogramme anbietet. Kernstück des Kursprogramms sind die Etablierung und Umsetzung einer neukonzipierten Dirigentenausbildung, die Stärkung des ehrenamtlichen Vereinsmanagements sowie Seminarangebote zu tagesaktuellen Herausforderungen der Orchesterarbeit. Das Angebot der Bläserakademie vereint die Vielfalt in der musikalischen und außermusikalischen Bildung und soll jeden – Jung und Alt, Amateurmusikerinnen und Amateurmusiker, angehende Profis, Vereinsvorstände und Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger – ansprechen und mitnehmen.

Das Musikzentrum bietet dafür mit seiner musikaffinen Infrastruktur und technisch modernen Raumangeboten die optimalen Bedingungen und löst damit die 2016 geschlossene Musikakademie Kürnbach als eigene Bildungseinrichtung des Verbandes ab.

Zentrale Lage und einzigartige Architektur

Die Entscheidung für den Neubau „Musikzentrum Baden-Württemberg“ wurde im gesamten Verband mit großer Mehrheit getroffen. Nach verschiedenen Standortbewertungen fiel im Jahr 2013 die Wahl auf das Grundstück am Standort Plochingen. Durch seine zentrale und verkehrsgünstige Lage und mit besten Anbindungen an den ÖPNV sowie durch bauliche Gestaltungsfreiheit überzeugte der Standort.

Im Rahmen eines Architektenwettbewerbs für das neue Musikzentrum wurde das Modell des Architekturbüros LRO (Lederer, Ragnarsdóttir und Oei) aus Stuttgart im Frühjahr 2016 mit dem 1. Preis gekrönt und anschließend in die Planung und Umsetzung gebracht.

Für Jórunn Ragnarsdóttir vom Büro LRO war die Aufgabenstellung des Wettbewerbs durch die Lage des Grundstücks direkt an den Bahngleisen besonders spannend: „Hinten Lärm, vorne Musik.“

Förderung und Wertschätzung durch das Land Baden-Württemberg

Für den Neubau des Musikzentrums hat der Blasmusikverband vom Land Baden-Württemberg eine finanzielle Förderung in Höhe von 11,8 Millionen Euro erhalten. Kunststaatsekretärin Petra Olschowski sieht darin mehr als nur ein Bekenntnis der Politik zur Blasmusik: „Es geht vielmehr um aktive Zukunftsgestaltung für das ganze weite Feld der Amateurmusik und Breitenkultur. Unsere Wertschätzung gilt dabei besonders der hervorragenden Arbeit, die in den Verbänden und unzähligen Vereinen geleistet wird, und dem ehrenamtlichen Engagement, das hinter all dieser Arbeit steht.“

 

Rudolf Köberle, Präsident des Blasmusikverbands, freut sich über diese außerordentliche Unterstützung durch das Land: Ohne die Landeszuschüsse wäre der Bau des Zentrums nicht denkbar gewesen. Eigenmittel bringt der Verband insbesondere durch eine Eigenbeteiligung aller 1428 Musikvereine in einer Gesamthöhe von 1,07 Millionen Euro ein. Rücklagen und Verkaufserlöse aus bisherigen Immobilien erbringen weitere vier Millionen Euro. Über Fremdmittel wird ein weiterer wesentlicher Stock der Finanzierung gebildet.

Die hohen finanziellen Ausgaben sieht der Präsident allerdings bestens angelegt: Durch die Tatsache, dass allein im Blasmusikverband mehr als die Hälfte der Mitglieder unter 27 Jahre alt ist, leiste der Verband auch umgekehrt für das Land Jugendarbeit, Integrationsarbeit, Sozialarbeit und kulturelle Arbeit.

Mit Fertigstellung des Projekts ist dem Blasmusikverband Baden-Württemberg ein Meilenstein in der Zukunftsfähigkeit der Amateur- und Blasmusik gelungen. Als Bildungs- und Begegnungsstätte sowie als Kompetenznetzwerk soll das Musikzentrum zukünftig beispiel- und impulsgebend für die gesamte Amateurmusik sein.

 

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